„Große Freiheit – liebe.lust.leben“ vom 27.08.-01.09.2013 in Schwerin

„Uh…Ah…ja, gleich“, das selbstproduzierte Stöhnkonzert auf dem Schlagzeug (eines der interaktiven Exponate der Ausstellung) war für viele Besucher ein Highlight. „Wenn wir in der Ausstellung laute Lacher hörten, so kamen diese zumeist aus dem Raum von Lukas, dem Musiker.“ berichtet Kathrin Bever von „inteam - Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung MV.“

 

Aufklärung zu sexuell übertragbaren Infektionen kann also Spaß machen! Und Lukas war nur einer der 8 fiktiven Charaktere, dessen (Liebes)-Leben die Besucher der BZgA- Ausstellung auf dem „Alten Garten“ in Schwerin auf einer lustigen wie auch teilweise sehr ernsten Exkursion erforschen konnten.

 

Da war Mustafa (48), der Pilot, der in seinem Beruf sehr auf Sicherheit „geeicht“ ist, im Privatleben diese jedoch schon so manches Mal vernachlässigt hat. Die Schülerin Marija (16) ist sehr verliebt in Darko. Sie ist soweit mit ihm zu schlafen, hadert jedoch, ihm von ihrer vorangegangen Chlamydieninfektion zu erzählen. Der 35 Jährige Oliver lebt in einem Netzwerk von Freunden, Familie, Ärzten und Therapeuten, die sein Leben als HIV-Infizierter vorurteilsfrei begleiten. Marvin (23) ist Single und liebt Sex. Mit seinen Gefühlen zu Vera läuft auch sein Gewissen über sein vergangenes Risikoverhalten heiß. Doreen (31) lernt einen netten Mann über das Internet kennen. Beim ersten Date kommt es zum Geschlechtsverkehr – ohne Kondom. Für die Frauenärztin Katja (41) ist Safer Sex unabdingbar, denn gerade Sie weiß, wie sich Infektionen in Krankheiten ausprägen können.

 

Und dann war da noch Ronny, den Rostocker Studierenden des Präventionsprojektes „Mit Sicherheit verliebt“ und Schülerinnen und Schülern der Beruflichen Schule für Gesundheit und Soziales in Schwerin unter Anregung der Pädagogen von inteam entwickelt haben. Der 34 jährige Maler in einer Zeitarbeitsfirma aus Schwerin ist verheiratet und hat einen 8-jährigen Sohn. Ronny infiziert sich bei einem Seitensprung mit Genitalwarzen und steht daraufhin in der Verantwortung seine Frau darüber zu informieren…

 

Begleitet wurde die Ausstellung von einem sehr engagierten und freundlichen Studententeam im Auftrag der BZgA, die mit den Besuchern an der „Rollenden Kondomschule“ via Kondometer die richtige Kondomgröße ermittelten, sie danach beim „Blindtest“ zum richtigen Aufziehen des Kondoms auf einen Dildo anleiteten oder mit ihnen über die Charaktere und Exponate der Ausstellung ins Gespräch kamen. Viele Besucher nahmen die Chance wahr, ein eigenes Rap-Video im dafür bereitstehenden „Tonstudio“ aufzunehmen und dieses sich per Mail auf den Heimcomputer zu schicken. Und besonders machte es vielen Jugendlichen aber auch Erwachsenen Spaß, sich ein Erinnerungsfoto in der Fotobox zu holen.

 

Von der Kurzweil der Ausstellung zur Prävention von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schwärmen auch alle Kooperationspartner, die diese Woche vor Ort aktiv begleitet und mitgestaltet haben:

 

„Die AIDS-Hilfe war von der Ausstellung sehr begeistert. Es konnten viele sehr intensive Gespräche mit den Schulklassen und den Gästen geführt werden. Im Großen und Ganzen waren es ein paar sehr interessante Tage“, berichtet Sebastian Witt von der Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Aufklärung in Westmecklenburg.

 

Zwei Kolleginnen der Schwangerschaftsberatung vom Deutschen Roten Kreuz konnten ganz intensiv den Kontakt mit Mädchen und jungen Frauen in der Ausstellung aufnehmen: „Für mich war die Ausstellung GROßE FREIHEIT -  liebe.lust.leben. eine prima Lokation und das in doppelter Hinsicht, denn der „Scheideweg“ im Séparée bot mir die Möglichkeit, über ganz intime Fragen mit den jungen Frauen alla Dr. Sommer ins Gespräch zu kommen“, so Barbara Guth, DRK Sternberg.

 

Auch Andrea Milkau, DRK Hagenow, äußerte: „Mir persönlich hat es Spaß gemacht, im „Scheideweg“  insbesondere mit Teenagern ins Gespräch zu kommen, auf ihre Fragen zu antworten und einfach nur für sie da zu sein.“

 

Dass Sucht und Sexualität thematisch miteinander zu tun haben können, bewies Jana Micera von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung MV (LAKOST) indem Sie für Besucher unter dem Motto „Das Leben ist verführerisch“ Gespräche anbot. Sie selbst formulierte ihre Eindrücke: „Die Ausstellung vermittelt auf unterhaltsame Weise wichtige Informationen zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten sowie deren Übertragungsrisiken. Da die Besucher sich eigenständig in den Räumen bewegen und agieren können, ist diese Ausstellung sehr kurzweilig.“

 

Die Ausstellung wird voraussichtlich im Herbst 2014 in Rostock zu bewundern sein.

 

Weitere Einblicke über die Ausstellung erhalten Sie unter »www.grosse-freiheit.de.

Einen Rückblick auf die Ausstellung in Schwerin bekommen Sie auch »hier.