Landesweite Fachtagung „Sexuelle Aufklärung: die Kunst der Vermittlung" - über Sexualität, Intimität und Beziehung im Leben von Menschen mit Behinderung“

Von Anfang an war bei den Teilnehmern die volle Aufmerksamkeit da.
Rathaussaal Stralsund
Kathrin Bever begrüßt die Anwesenden.
Kathrin Bever

Am 20. Mai fand im Rathaus Stralsund die interaktiv gestaltete Fachtagung mit den Referenten Ellen Suykerbuyk und Erik Bosch vom gleichnamigen Trainingszentrum in Arnhem (Niederlande) statt. Unter dem Gedanken der Inklusion trafen sich mehr als 100 Interessierte aus Schule, Einrichtungen der Behindertenhilfe und Behörden. Als Veranstalter begrüßten wir die Teilnehmer*innen in den historischen Räumlichkeiten.

Der Heilpädagoge Erik Bosch und die Sexologin Ellen Suykerbuyk starteten gemeinsam in die Veranstaltung und konnten die Anwesenden sofort in ihren Bann ziehen. Als eingespieltes Team verbanden sie Theorie und Praxis sehr lebensnah. Damit bescherten sie den Teilnehmer*innen einen kurzweiligen und interessanten Tag.

Ein eingespieltes Team - Erik Bosch und Ellen Suykerbuyk.
Erik Bosch und Ellen Suykerbuyk

Erik Bosch ging auf die Bedeutung einer klaren, von allen getragenen Grundeinstellung zu Sexualität, Intimität und Beziehungsbildung im Leben von Menschen mit einer geistigen Behinderung ein. Im respektvollen Umgang miteinander geht es auch um Haltung und kritische Selbstreflexion. Eine methodische Möglichkeit dies im Team zu besprechen und klar „Farbe zu bekennen“ sind die „Hüte von de Bono“. So kann das Leitbild für Einrichtungen und Teams entwickelt und gelebt werden. Des Weiteren erklärte er anhand von Beispielen eindrucksvoll den Hermeneutischen Kreis, mit dem man Klienten und Klientinnen in ihrem Verhalten und Handeln verstehen lernt.

Ellen Suykerbuyk erklärte ausführlich an Beispielen, wie sie Zugänge zu Klienten findet und gab hilfreiche Tipps für die Gesprächsführung sowohl mit Menschen mit geistiger Behinderung als auch ihren Eltern. Die Teilnehmer*innen merkten sofort, dass hier eine Frau mit vielfältiger praktischer Erfahrung und  Herzblut Einblicke in ihre Arbeit gewährte. Die Sexologin vermittelte dem Publikum sehr anschaulich die „Zehn Ziele der sexuellen Aufklärung“, wie z.B. „Ein positives Selbstbild erlangen“ und „Gut mit dem eigenen Körper und dem des anderen umgehen“. In zahlreichen Kartons präsentierte sie Aufklärungsmaterialien, bei denen in den Pausen dann auch „selbst Hand angelegt“ werden konnte. Somit gelingt es, Sexualpädagogik „begreifbar“ zu machen.

Es durfte selbst "Hand angelegt" werden.
Die Materialien konnten in den Pausen erforscht werden.

Während der gesamten Veranstaltung standen die beiden Referenten im Dialog miteinander und lebten somit das Modell für den kollegialen Umgang.

Durch das Anbieten von Thesen ermöglichten Erik Bosch und Ellen Suykerbuyk den Teilnehmer*innen, ihre persönlichen Meinungen ein zu bringen und sich aktiv zu beteiligen.

Während der Pausen konnte ein lebendiger Fachaustausch beobachtet werden. Bei aller Ernsthaftigkeit des Themas kam der Humor nie zu kurz.

Vielen Dank an das Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern, den Fachdienst Gesundheit des Landkreises Vorpommern-Rügen und die Gleichstellungsbeauftragte Stralsund, mit deren Förderung und Unterstützung diese Fachtagung unter anderem ermöglicht wurde!

Feedback von den Teilnehmer*innen:

„Ich habe selten solch‘ leichtgängige Fachtagung erlebt!“

„Für mich war dieser Tag ein Energietag!“

„Die Freude, der Spaß, die Ehrlichkeit, Toleranz – ein Hammer Tag – Ein Geschenk!“

„Ines liebt Erik! Ellen ist geil und genial!“

„Wo ist die Zeit hin? Macht Spaß!“

„Ich habe gelernt, meine Gefühle wieder mehr heran zu ziehen und bei mir zu sein, um bei den Klienten sein zu können!“

„Vielen Dank für den tabufreien und humorvollen Umgang mit der speziellen Thematik!“

 „Besonders gut hat mir die humorvolle Art der Vermittlung und die vielen Beispiele gefallen!“

„Es war eine lernfreudige Atmosphäre!“

Mit Blumen und Rotwein verabschiedeten wir die Referenten.
Applaus für die Referenten