Fachtagung "Prostitution in MV"

Im Auftrag und mit Unterstützung des Ministeriums für Arbeit, Gleichstellung und Soziales führten wir am 9. April die erste landesweite Fachtagung „Prostitution in MV“ durch. In Güstrow kamen dazu über 100 Teilnehmer zusammen. Vertreter aus Gesundheitsämtern, Jugend-, Sozial-, Ordnungs- und Gewerbeämtern der Landkreise und kreisfreien Städten, psychiatrischen Ambulanzen und gemeinnützigen Vereinen sowie kommunale Gleichstellungsbeauftragte, Polizeibehörden, Arbeitsagenturen, Migrationsdienste nutzten diese Möglichkeit zum Austausch.

Diese Fachtagung soll der Anfang für weitere Arbeit und Vernetzung sein. Die Breite der Beiträge sollte ermöglichen in der Zukunft zielgruppenspezifisch in Ämtern und Behörden zu arbeiten.

Auf der Tagung wurde ein Lagebild mit sachbezogenen Informationen aus juristischer, medizinischer, psychotherapeutischer und sozialer Perspektive zum Thema Prostitution gegeben. Es wurden Zugänge zu notwendiger Unterstützung beleuchtet und Hilfsprojekte bei Zwangsprostitution und zur gesundheitlichen Versorgung vorgestellt, die sich in MV etabliert haben.

Zusammenfassung der Ergebnisse der Fachtagung:

Es gibt gute Beispiele für fachübergreifende Vernetzung regionaler Institutionen zum Thema Prostitution (z.B. in Rostock). Eine direkte Anlaufstelle für Prostituierte ist im Gesundheitsamt Rostock. Des Weiteren wird dort auch aufsuchende Arbeit gemacht. Dies könnte ein Modell für andere Landkreise sein.

Die Polizeibehörden und die Ordnungsämter arbeiten an der Bekämpfung von Zwangsprostitution und Menschenhandel in MV zusammen.

Die Mitarbeiter aus den Ämtern und Behörden meldeten ein Bedarf an Weiterbildung und Informationsaustausch zu diesem Thema an.

Für die zukünftige Arbeit ist es wichtig, mit Prostituierten ins Gespräch zu kommen, um auf ihre Bedürfnisse an Unterstützung besser eingehen zu können.

Es ergaben sich folgende Interessenlagen:

  • Intensivere Vernetzung regionaler Institutionen bezogen auf das Thema Prostitution
  • Landesweiter „Runder Tisch“ mit Vertretern der verschiedenen Institutionen für fachlichen Austausch
  • Angehörigenarbeit
  • Etablierung von Anlaufstellen für multiple Problemlagen für Prostituierte
  • mehr gesundheitliche Aufklärung, Informationen auf der sgmv-Seite
  • Informationsmaterial in Herkunftssprachen
  • Landesweiter Pool an Sprachmittlern
  • Zielgruppe „Freier“

 

Vorträge zum Download:

Ruth Niebuer
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

»Gesundheitsfürsorgeaspekte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in der Prostitution
Dr. med. M. Schwarz, Gesundheitsamt Hansestadt Rostock

OA Dr. med. Roland Wandschneider
Psychiatrische Institutsambulanz
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsmedizin Rostock
 
Nicole Asbrock, AWO- Kreisverband Schwerin- Parchim e.V.
 
Silke Kramm, Kriminalhauptkommissarin, Bezirkskriminalinspektion Kiel, K2 – Ermittlungsgruppe Milieu
 
Torsten Blauch, Kriminalhauptkommissar, Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg
 
Brigitte Thielk, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Rostock,

 

Impressionen:

 

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Frau Ruth Niebuer vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellte in ihrem Vortrag die »Gesetzlichen Grundlagen der Prostitution vor.

 

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Der Amtsleiter des Gesundheitsamtes Rostock, Herr Dr. med. Markus Schwarz, berichtete aus der Praxis des Gesundheitsamtes Rostock: »Gesundheitsfürsorgeaspekte des öffentlichen Gesundheitsdienstes im Prostitutionsgewerbe

 

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Mit seinem Vortrag zu »Sexuellen Traumatisierungen konnte Dr. med. Roland Wandschneider. Oberarzt der Psychiatrischen Institutsambulanz Rostock, das Anbieten von sexuellen Dienstleistungen unter psychologischer Sicht entdramatisieren.

 

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Über ihre »Arbeit als landesweite Fachberaterin für Betroffene von Menschenhandel und Zwangsverheiratung sprach Frau Nicole Asbrock von ZORA.

 

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Die Kriminalkommissarin der Bezirkskriminalinspektion Kiel Frau Silke Kramm stellte die Tätigkeit der Ermittlungsgruppe Milieu in Kiel vor und gab dabei einen Überblick, »welche Formen der Protitution es gibt.

 

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Herr Torsten Blauch, Kriminalhauptkommissar der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg, gab einen Einblick in die »Polizeiliche Millieuarbeit in MV am Beispiel Neubrandenburgs.

 

Frau Brigitte Thielk, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Rostock, berichtete von dem ämterübergreifenden Austausch "Runder Tische Prostitution"