BORDERNETwork

Ein Projekt in Szczecin
Szczecin - Team der Modellregion I

 

Von 2005 bis 2012 wirkten wir als MAT in dem länderübergreifenden  EU-Projekt "BORDERNET" / "BORDERNETwork"  als Koordinator der Modellregion I (Mecklenburg-Vorpommern und Zachodniopomorskie) mit.

Die internationale Projektleitung oblag der SPI Forschung gGmbH Berlin.

Das Projekt BORDERNET umfasste die HIV- / Aids- und STI- Prävention (sexually transmitted infections), Diagnostik und Therapie in grenznahen Regionen entlang der ehemaligen und neuen EU-Außengrenzen. 

Es galt, Standards und Strukturen in den Ländern zu verbessern und auf europäischer Ebene anzugleichen. Dabei war es Ziel, die medizinische Versorgung, Forschung, Bildung, Politik und Sozialarbeit in den Ländern selbst und grenzüberschreitend zu vernetzen.

Leitfaden für die Arbeit in der Modellregion I stellte die „Grenzüberschreitende Absichtserklärung über gemeinsame Gesundheitsziele zur Prävention, Diagnostik und Therapie von geschlechtlich übertragbaren Krankheiten“ dar, die im Dezember 2008 von den Leitern der Gesundheitsabteilungen des Marschallamtes der Wojewodschaft Zachodnio­pomorskie und des Ministeriums für Soziales und Gesundheit M-V unterzeichnet wurde.

Als ein wichtiges Gesundheitsziel wurde die „Verbesserung des Zugangs zur HIV/STI-Testung und Beratung“ heraus gestellt.

  • Gemeinsam mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales M-V (Lagus) und der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) als Kooperationspartner wurden regelmäßige Weiterbildungen für Fachkräfte der Gesundheitsämter und Aids-Hilfen des Landes durchgeführt. Auf Grundlage einer Bedarfsermittlung lagen die Schwerpunkte in dieser Zeit besonders auf dem Gebiet der Kommunikation und Beratung.
  • Durch die  Zusammenarbeit in unterschiedlichen Expertenrunden wurde klar, dass die Kommunikation zur sexuellen Gesundheit im Arzt-Patientengespräch verbessert werden muss und dieses im ersten Schritt vor allem in der Ausbildung von Studenten Sinn macht. So wurden Kommunikationstrainings mit Medizinstudenten höherer Semester durchgeführt und von Dr. Ottmar Herchenröder (Universität Rostock) eine Handreichung für Dozenten in der Humanmedizin zur Vermittlung von Kommunikations- und Beratungskompetenzen im Patientengespräch mit Schwerpunkt sexuell übertragbarer Infektionen (Version in English) erstellt.

Ein weiteres Gesundheitsziel beinhaltete die „Nachhaltige sexuelle Bildung für ein verantwortliches Sexualverhalten“.

  • Aufgrund der engen und vielfältigen Zusammenarbeit des MATs mit der BZgA wurde 2006 die gemeinsame Idee geboren, die deutschlandweit stattfindenden JugendFilmTage (JFT) auch für den grenzüberschreitenden Raum zu konzipieren. Mit den JFT als „best –practice-model“ in BORDERNETwork wurde deutlich, wie dieses Projekt im grenzüberschreitenden Raum in bilateraler Zusammenarbeit angenommen wurde. Heute sind die JFT ein fester Bestandteil der aktiven Präventionsarbeit in Zachodnipomorskie. Es hat sich eine eigene landesspezifische Dynamik und Umsetzung durch partnerschaftliche Zusammenarbeit entwickeln können.
  • Aus der Arbeit mit den Lehrern, die u.a. an den JFT beteiligt waren, entstand der Wunsch, weiterführende thematisch orientierte Workshops zur sexuellen Gesundheit in Anspruch zu nehmen, um so im eigenen Wirkungskreis zielgruppenorientiert präventiv arbeiten zu können.

Die Erfahrungen,  Erkenntnisse und Anregungen aus der 8jährigen Arbeit im EU-Projekt „BORDERNET“ fanden und finden in der landesweiten Koordinierungs- und Präventionsarbeit des MAT und deren Netzwerkpartner nachhaltig Eingang.

 

tl_files/textbilder/Bordernet/logo.png

 

↑nach oben↑